Samstag, 8. November 2014

Wenn Autoren ein Whiteboard vorm Kopf haben ...


Vor kurzem war ich mal wieder in einer Grundschule – in einer Grundschule an zwei Orten. Ja, so etwas gibt’s bei uns im Emsland. Ich fuhr zunächst nach Wippingen, um der ersten und zweiten Klasse aus meinem Kinderbuch „Lieber Gott, wo steckst denn du?“ vorzulesen. 

Was man dort so alles lernt, möchte ich euch hier kurz mitteilen. Leider hatte ich meinen Fotoapparat vergessen, sodass ihr euch hier mit ein paar Zeichnungen zufriedengeben müsst.

Also, zunächst einmal bin ich nun endlich Experte in der Bedienung eines interaktiven Whiteboards (die Schiefertafel der heutigen Schulzeit), denn die Bilder meines Buches präsentierte ich über die große Tafel. Das klappte schon mal hervorragend. Mit Kids und Lehrpersonal war ich auch bestens zufrieden. Alle hörten zu ohne zu quengeln, taten ihrer Erheiterung durch Lachen an den passenden Stellen kund und bei der anschließenden Fragerunde erfuhr ich mindestens so viel über die Kids wie sie über mich. 
Ich weiß jetzt, dass bereits in der ersten und zweiten Klasse (auch bei uns auf dem Lande!) das digitale Zeitalter nicht nur in der Schule angekommen ist, nein, auch Zuhause haben die Stöpsel bereits ihr eigenes Handy oder Tablett und wenn nicht, dann hat man ältere Geschwister, die genötigt werden (vielleicht geschieht es auch freiwillig), ein wenig gemeinsame Zeit vor dem Tablett zu verbringen. 
Mein ganz persönlicher und völlig uneigennütziger Tipp an dieser Stelle lautet: Warum nur Spiele zusammen auf dem Tablett spielen, auch Bücher sind günstig zu haben und können das Leben bereichern. Ich hätte da gerade drei im Angebot …


Zurück zum Whiteboard. Ich also, stolz wie eine Prinzessin, die als Debütantin ihren ersten Ballauftritt bravourös hinter sich gebracht hat, wollte nach der erfolgreichen Lesung dem Whiteboard meinen Stick entziehen, denn der musste mich ja zur nächsten Schule begleiten, also zu den Klassen drei und vier. Doch an dieser riesigen Tafel hing Hamster Kalle immer noch wie ein Boxsack im Laufrad fest. Den wollte ich erst einmal zurücksetzen, bevor ich meinen Stick herauszog. Doch – was soll ich sagen – diese riesige Tafel raubte mir den Überblick, verbarrikadierte mein Gehirn mit Brettern und außer dass ich ein paar Mal mit meinem Zeigefinger auf „Datei“ tippte, passierte nicht viel. Und während ich da so stand, meinen Kalle anstarrte und überlegte, was nun zu tun sei, klopfte es an meiner rechten Schulter und ein Knirps deutete rechts oben in die Ecke und meinte: „Du, um das wegzukriegen, musst du einfach das X anklicken.“ Na, das nenne ich Hilfsbereitschaft! Überglücklich dankte ich meinem kleinen Retter und verleihe ihm hiermit den Hilfsbereitschaftsorden.

Und dann war ich schon fast zur Tür heraus und dachte, ich sei der wichtigsten Frage der Kiddys entkommen, doch im letzten Moment bevor ich den rettenden Türgriff in der Hand hatte, kam aus den mittlerweile aufgelösten Zuhörerreihen der Kids ein Junge auf mich zugestürmt. Und ich sah die Frage bereits auf seinen Lippen, bevor ich sie hörte: „Wie alt bist du eigentlich?“
Tja, das frage ich mich auch. Und wenn ihr hier stöbert und etwas rechnen könnt, findet ihr es heraus.

Und da man in meinem Alter nicht zu viel Text auf einmal schreiben sollte  - nein, quatsch, aber ich möchte auch noch an Klausmüller, dem Zweiten weiterarbeiten, denn es gibt einige Fans, die darauf warten und außerdem schreibe ich auch noch an einem Buch für Erwachsene und an einer Weihnachtsgeschichte mit Klausmüller – werde ich euch von meinem Besuch der Klassen drei und vier in Renkenberge ein anderes Mal erzählen. Aber bald, denn Klausmüller drängt schon, war es doch dort das erste Mal, dass ich ihn vorgelesen habe.

Hier ein kleiner Vorgeschmack auf die Weihnachtsgeschichte mit Charming Klausmülli: 

Bis dahin wünsche ich euch alles Gute und schließe mit der Frage, ob eure Kinder (oder ihr selbst) auch schon mal oder des Öfteren bei Autorenlesungen dabei waren. Falls ja, würde ich mich freuen, von euren Erfahrungen zu lesen. Waren sie begeistert? Haben sie noch lange davon erzählt? Oder war es gar nicht so etwas Besonderes?
Habt eine schöne Zeit! Liebe Grüße

Eure Pebby