Donnerstag, 24. November 2016

Wie ich auf die Katastrophe von Little Germany aufmerksam wurde

Hallo Leute,

In diesem Post nun sollt ihr erfahren, was den Ausschlag gegeben hat, mich mit dem Viertel "Little Germany" oder auch "Kleindeutschland" in New York auseinanderzusetzen. Die Geschichte der General Slocum beschäftigt mich bereits seit dem Jahre 2004. Denn am Morgen des zehnten Juni fand ich in der Ems-Zeitung einen Artikel über die einhundert Jahre zuvor stattgefundene Katastrophe.

Ich muss gestehen, bis dahin war mir noch nicht einmal wirklich bewusst, dass es ein deutsches Viertel in New York gab, ähnlich wie Little Italy oder Chinatown. Welche Dimensionen nun das grausame Schicksal dieses Viertels annahm, zeigen nicht nur die offiziellen Todeszahlen von 1021 Opfern (das Unglück mit den meisten Toten vor dem Attentat auf das World Trade Centre am 11.09.2001), sondern auch, dass danach das deutsche Viertel zerfiel, weil so viele Gemeindemitglieder gestorben waren und die übrig Gebliebenen dem Schmerz zu entkommen versuchten, indem sie Little Germany den Rücken kehrten und nach Yorkville oder in andere Viertel in Manhattan und New York zogen oder indem sie sich umbrachten. Die Selbstmordrate stieg nach dem Unglück in rasanter Zahl. Da an Bord der General Slocum hauptsächlich Frauen und Kinder waren, sahen sich vor allen Dingen die Ehemänner mit dem Trauma konfrontiert, einen Teil oder sogar die ganze Familie verloren zu haben. Ein Schock, den viele nicht verkrafteten, der auch wohl innerhalb eines Menschenlebens nicht überwunden werden kann.

Mich hat das sehr betroffen gemacht und ich fragte mich, warum ich bisher nichts darüber gehört oder gelesen hatte.

Es war wohl so, dass das Unglück zunächst große Wellen schlug und so gab es Beileidsbekundungen aus allen Teilen der Welt, auch vom deutschen Kaiser. Doch über die Jahre geriet dieses Unglück in Vergessenheit. Das lag zum einen daran, dass dieses Inferno einen fest umrissenen Kern von einer einzigen Kirchengemeinde betraf, sodass es nach einer ersten Anteilnahme andere Personen nicht weiter interessierte.
Zum anderen waren mit dem Unglück keine sozialen Forderungen, etwa nach verbesserten Arbeitsbedingungen verbunden, wie es zum Beispiel beim Brand der Triangle Shirtwaist Factory der Fall war, wo zwar weniger Menschen ums Leben kamen, dies jedoch zu Aufständen und Protesten gegen die Arbeitsbedingungen in Fabriken allgemein führte.
Der Erste und der Zweite Weltkrieg taten das Übrige, um das Unglück einer deutschen Kirchengemeinde in Vergessenheit geraten zu lassen.



Und so weiß heute kaum noch einer von dem Unglück. Doch ich möchte euch gerne informieren und teilhaben lassen. Nicht nur an dem Schicksal dieser Menschen, sondern an dem Viertel Little Germany, an dem New York im Jahr 1904, als die Straßen noch mehr Pferdemist aufwiesen als Autos, als die Hochhäuser noch in den Kinderschuhen steckten, aber doch bald aus diesen herauswachsen sollten. Darum habe ich "Die Prophezeiung. Das Inferno von Little Germany" geschrieben. Die Figuren in dem Buch sind zwar größtenteils erfunden, doch Leserstimmen geben mir Recht, wenn ich behaupte, dass meine Figuren die Welt von 1904 zum Leben erwecken.

Der Roman ist ein kleines Bisschen mit Fantasy gespickt, da dort die junge Frau namens Lillie auftaucht und behauptet, aus der Zukunft zu kommen. Außerdem führt ein kleiner Kater namens Cheshire sich manchmal sehr mysteriös und wegweisend auf. Ansonsten ist aber ein realistischer Blick ins New York der Jahrhundertwende vollbracht worden. Das haben mir meine Leser bisher bestätigt.

Und weil viele Leser am Ende des Buches gerne noch mehr über die junge Lillie wissen würden, wird es in Kürze einen Nebenband zur 'Prophezeiung' geben, der die Geschichte aus der Sicht der jungen Frau erzählen wird. Meine Testleser warten bereits gespannt auf ihr Exemplar und ich muss nur noch einen letzten Korrekturdurchlauf zu Ende bringen.

Nach dem Testdurchlauf wird Band 2 dann auf dem Markt erscheinen und ich hoffe, er gefällt euch ebenso wie Band 1.

An dem Cover bastele ich auch bereits herum. Ich stelle euch hier mal zwei Varianten vor. Gerne dürft ihr mir sagen, welches euch besser gefällt.




Habt noch einen schönen Tag!

Liebe Grüße
Jamie